Sonntag, 18. August 2019

Talblick

Unser Dorf hat einen abgesperrten Grillplatz, bei dem man sich anmelden kann mit Gruppen ab 20 Leuten und dann den Schlüssel bekommt. Direkt daneben ist ein Stück Gras mit Bänken... wo man theoretisch auch grillen könnte, aber das gestaltet sich so:

Ich frage bei der Gemeinde an, ob och daneben grillen kann. Die antworten "Für den Schlüssel müssen Sie mindestens 20 Leute sein." Ich antworte "Nein, wie ich erklärt habe meine ich das nicht abgesperrte Stück daneben." Die antworten "Aber Sie müssen für das abgesperrte Gelände eine Gruppe von mindestens 20 Leuten sein." Danke für nichts. Ich habe dann nicht dort gegrillt, aber gezeichnet, es ist nämlich einsam, lauschig und mit gutem Ausblick. 


Die Bänke sind nach brasilianischem Modell veränderbar und man kann sie so ausrichten, wie man es gerade braucht. Das ist in jedem brasilianischen Park, den ich kenne, so. Nicht wie hier, alles einbetoniert.


Sitzhandtuch gegen Splitter mitgenommen, eine Plüschmikrobe für die Seele (es ging mir da gerade nicht besonders), Wasser ausm Hahn und Zeichenkrempel.


Zeichnen mit Blick auf das Kohlekraftwerk. Das ist eigentlich ein Stück weiter, aber ich wollte es unbedingt drauf haben. 


Der fertige Talblick über 2 Seiten. Ich hab das schonmal vom Blick aus 2 Dörfer weiter gezeichnet, aber das ist ja eigentlich egal. Ich war gerade krank (OP Narkose schlecht vertragen, Erholungszeit) und wollte wenigens das Wetter und die Örtlichkeit genutzt haben. Insgesamt war es auch sehr schön. Besser als dauernd zu hause zu hocken, irgendwann fällt einem die Decke auf den Kopf.

Mittwoch, 5. Juni 2019

Mermaid Seife

Jooooa, es musste mal wieder Seife her.










Die Transparentseife habe ich vor einigen Jahren im Labor gekocht. Inzwischen ist sie eingefallen und hat viel Feuchtigkeit verloren. Beim Schneiden der Blöcke ist das sehr lästig, da sie wirklich hart ist.

Als Parfüm habe ich ein "Mermaid" Parfüm genommen, das war eine Duftprobe, die das Rennen nicht in den finalen Reiniger geschafft hat, mir persönlich aber am Besten gefiel. Eine wirklich schöne Mischung, ich bin total begeistert!

Fette: Olive, Raps, Kokos, Shea, Mandel und Rizinus.
Farben: Blau und türkisgrün, dazu Titandioxid

Und die muss jetzt noch 1 Monat trocknen. Das wird das Schwierigste angesichts des tollen Parfüms. Man will sie sofort benutzen.

Donnerstag, 17. Januar 2019

Geschäftsreise nach Südbrasilien - Teil 2

Viel gesehen und hoch geschätzt ist der T1 Bulli "Samba" in Brasilien. Überall sieht man die Busse, oftmals auch als Werbewagen. Da dort im Winter kein Salz gestreut werden muss, sind die meistens auch nicht komplette Rostkäse, sondern oft gut erhalten. 




Bulli muss für Süßigkeiten werben.


Bulli als Bierzapfer. Davon habe ich auch andere gesehen, gerne mit Craft Beer in Szenevierteln oder am Strand. 


Bulli umgebaut zur Theke in einer Craft Beer Kneipe. 


Das Bier war jetzt nicht so der Hit, aber ich musste da unbedingt wegen des Autos rein und zeichnen.

Samstag, 5. Januar 2019

Summary of Art 2018


Die Summary of Art von 2018.
In Worten: Urban Sketching, Bakterien, Troll und Autos.
Und eine extreme Scanfaulheit.

Bremerhaven Zeichentour

Der Brasilienbericht müsste eigentlich noch weitergehen, aber das mach ich später. Jetzt erst mal Bremerhaven. Im Dezember bei Schietwedder, alles kalt, brrrr... Und nirgendwo gibt es anständige Ohrenwärmer zu kaufen. Leider habe ich meine verloren.


Also ging es draußen unter der Brücke los mit einer Bleistiftskizze mit dieser Blickrichtung. Allerdings wurde es dann so entsetzlich kalt, dass ich mich eine Etage weiter nach oben verzogen habe und bei einem Außendienstgetränk (Kaffee, schwarz, Systemgastronomie) und einem fragwürdigen Minimittagessen Tusche und Farbe weiter bearbeitet habe.


War zwar auch kalt, aber nicht so kalt. Und gab nen Tisch.


Fertige Zeichnung.
Das ist so ein Ringblock etwas größer als A4 von Daler Rowney. Ich habe den gerne zum Mitnehmen, weil man mehr Bilder reinmalen kann, ohne irgendwas abreißen und zerknicken zu können.

Noch ein U-Boot? Immer doch!




Bremerhaven bietet so viele tolle Motive, man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Auch diese Plattform etwas weiter nördlich, die Schleuse mit Haus, das Cafe an der Plattform am Zoo am Meer, die Tiere im Zoo am Meer oder die Seehunde aus Metall, die ihre ganz eigene Geschichte von zerstörtem Kunstwerk erzählen...

Sehr schön auch Containerterminal oder Millieustudien aus den unzähligen Eckkneipen. 
Aber nicht bei diesem Wetter...


Was ich nochmal posten wollte, was beim Block jetzt nicht geht, aber im Skizzenbuch ideal ist: Mein Aufbau. Viele suchen ewig nach der perfekten Reisepalette für Aquarellfarben. Wo Haltegriff, wie aufgebaut etc? Ich bin da für die Clipmethode, mit der man einfach eine Standardpalette direkt an das Buch clipt und dann nur das Buch festhalten muss. Die Palette gibt einem alle Freiheiten, solange Deckel und Bauchteil automatisch miteinander verbunden sind. Dazwischen noch ein Pinseltrockenzewa, das dadurch auch noch festgehalten wird und los gehts!


Man kann so das Buch auf dem Schoß balancieren, in der einen Hand das Wasserglas, in der anderen Hand der Pinsel. Oder das Glas irgendwo abstellen und das Buch festhalten. Ich habe auch schon Aufbauten gesehen, die das Wasserglas dabei auch noch fixieren. Das mag ich allerdings nicht, da ich auch gerne mal schräg male und beim schräg halten alles vollsauen würde. 

Das hier ist ein Foto aus dem Zug. Der kleine Tisch hält mein Wasserglas, so ist die Hand für das Buch reserviert. 

Samstag, 6. Oktober 2018

Geschäftsreise nach Südbrasilien

Ich habe keinen Laberblog mehr, daher möchte ich hier ein bisschen über meine Geschäftsreise nach Südbrasilien schreiben. Es passt auch einigermaßen, da ich dort viel gezeichnet habe.Ich bin natürlich nicht zum Zeichnen hin, aber der Tag hat 24 Stunden, davon schläft man 7-9 stück, arbeitet nach Plan 7.5 Stunden und hat den Rest der Zeit übrig. In der Realität arbeitet man dann allerdings deutlich länger als 7.5 Stunden, aber das kommt immer auf die Leute an, die auf Geschäftsreise sind. Wir sind da eher die Workaholics.

Sinn der Reise ist ein Wirtschaftspartnerschaftenprojekt und der Aufbau eines Business in Südbrasilien mit Schwerpunkt Hygiene in der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Ich bin da hin als Chemiker, Mikrobiologe und "Jemand, der auch ein klein wenig von Veterinärmedizin versteht".

Das Wetter: Ich bin mal wieder im Winter hin geflogen, also Ende September/Anfang Oktober. Und es hat geregnet, geregnet und mehr geregnet. Felder waren überschwemmt, die Straße war rutschig, das Licht zum Fotografieren eigentlich ungeeignet. Temperatur von 18 - 22 °C. Die wenigen Tage mit Sonne am Wochenende war es bis 26 °C, hat über den Tag aber auch sehr geschwankt und zwischendurch geregnet.

Der Ort: Das Bundesland Rio Grande do Sul ist das südlichste Bundesland Brasiliens. Hier sind die kältesten Temperaturen, es gibt viele Felder, etwas Wald, wenige hügelige Berge und die Landschaft nennt sich offiziell "Pampa", das ist kein Witz. Viele Einwohner sind Nachfahren von aus Europa eingewanderten Menschen, davon sehr viele aus dem Hunsrück vor dem ersten Weltkrieg aus wirtschaftlichen Gründen. Deswegen sprechen auch relativ viele Leute hunsrückisch. Es gibt sogar ein  paar Landwirte, die heute immer noch kein portugiesisch können, weil sie das nicht brauchen. Die Hauptstadt Porto Alegre behinhaltet viele optisch unterschiedliche Viertel, oft merkt man auch, dass die Leute sich nach Schichten ordnen. Es gibt viele Zäune und Wachmenschen. In manchen Vierteln magst du nach 20 Uhr nicht vor die Tür, in anderen kannst du auch um 24 Uhr noch stockbesoffen durch die Gegend torkeln.

Die Pflanzen. Ich bin total verliebt in die Pflanzenwelt! Die Bäume sind höher und knorriger und es gibt extrem viele verschiedene "auf Baum Pflanzen", welche quasi jeden Baum zahlreich besiedeln.

Foto 1: eine gut bebaumte Straße in Porto Alegre. Die Stämme sind voller Auf-Baum-Pflanzen
Foto 2: Man findet jeden Baustil in Porto Alegre. Sogar mein Traumhaus: ein schmales Hexenhäuschen. 

Foto 3: Orchideen, die wachsen da einfach so in großen pinken Büscheln auf Bäumen.
Foto 4: Orchideen in Aktion. In einer anderen Ortschaft fanden sich die Orchideen in großer Stückzahl an nahezu jedem Baum, weil die Leute das so schön finden und die einfach verteilen. Eine Blumen umgesetzt vermehrt diese sich schnell zu einem ganzen Busch. 

Pflanzentechnisch bedeutet das natürlich auch, dass es dort andere Obstbäume gibt. Üblicherweise gab es überall Papaya, diverse Melonensorten, Marakuya, Bananen und Zitrusfrüchte als Standardobst zum Frühstück und als Mittagessen. Die überall herumstehenden Obstbauern verkauften auch dieses Obst. Apfel war eher eine Seltenheit.

Und die Straßen? Die meisten Straßen sind geteert, das ist schonmal gut. Nur wenige Straßen waren Matschwege. Es war trotzdem sinnvoll, einen Duster zu nehmen und keinen schnittigen Autobahnflitzer, denn den Duster hatten wir in diversen Situationen gebraucht. Das schnittige Autobahnflitzerchen hätte ich am ersten Tag schon zerstört gehabt. 

Foto 5: Eine ganz normale zerregnete Straße. Von wegen der A und die Dr. K machen nur sonnigen Palmenurlaub und saufen die ganze Zeit Caipirinha! (Ja, sowas dürfen wir uns anhören)
Foto 6: Mehr Wasser, mehr Müll. Am Busbahnhof Porto Alegre, einem sehr schlimmen Viertel. Rumliegender Müll hielt sich stark in Grenzen (weniger rumliegender Müll als in DE!), aber in schlimmen Vierteln sah man dann doch schon Chaos.

Der Straßenbelag ist einer der billigsten Teersorten, die man bekommen kann, was dazu führt, dass sofort schlimme Schlaglöcher entstehen, wenn etwas Wasser auf der Straße ist und die LKWs rüberfahren. Entsprechend viele Schlaglöcher waren vorhanden, teilweise so tief, dass auf der anderen Seite des Schlagloches ein Japaner zu sehen war, der gewunken hat. Auch der Grip ist auf der Teersorte schlecht und man gerät bei Nässe schnell ins Rutschen. Oft sah ich LKWs, die abseits der Fahrbahn gelegen haben. Aber man hilft sich gegenseitig, immer standen bereits andere Leute da, um ihm zu helfen und ggf. zu verarzten. Auch Aquaplaning habe ich quasi in schärfster Autofahrfortbildung erfahren, das hatte ich in Deutschland so noch nie. Es reißt einem einfach das Lenkrad weg. 
Das Problem bei all den Schlaglöchern und starken Verwerfungen des Teers ist, dass es einem schnell die Achse der Räder bricht und es keinen ADAC gibt, der schnell da ist. Man muss dann schnell genug durch die Löcher fahren, wenn es so viele sind, dass man sie nicht umfahren kann, aber nicht zu schnell, dass die Achse bricht. Beim Ausweichen muss man sich früh genug vergewissern, nicht in den Gegenverkehr auszuweichen und einen Frontalstoß zu produzieren. Ich bin die meiste Zeit selbst gefahren und habe sehr viel Autofahrübung dadurch erfahren, auch mit Situationen, die man in Deutschland so nicht erlebt. Und mit Situationen, die man so hier zwar nicht macht, aber wenn man erst mal gelernt hat, dass es so geht, lernt man Gelassenheit. Etwas, das mir oft sehr fehlt. 


Das reicht erst einmal für heute. Zum Abschluss noch etwas Gezeichnetes und etwas zu Bier in Bars.


Foto 7: Eine Bar in Torres. Hier kann man mit einem Tablet sein Trinken und seine Snacks bestellen. Sowas kenne ich aus einem sehr guten Sushirestaurant in Bremerhaven. Witzige Spielerei. Biertechnisch ist diese Bar aber gut ausgestattet, es gibt mehrere Sorten IPA, mehrere Sorten Pils etc...
Bild 8: Meine Zeichnung von vor Ort nochmal in anständigem Licht

Craft Bier ist in Rio Grande do Sul ein großes Thema mit hoher Akzeptanz. Alleine Porto Alegre hat um die 50 Craft Bier Brauereien. Es gehört zum guten Ton, ein anständiges Bier zu den typischen Standards im Angebot zu haben, das auch gerne etwas mehr kosten darf. Als passionierte IPA-Fans sind mein Kollege und ich da natürlich oft und gerne hin gegangen. 
Nur am Sonntag nicht... denn sonntags ist in Brasilien tote Hose. Nahezu alles hat zu, auch die Gastronomie. Aber alle anderen Tage geht die Post ab.



Freitag, 24. August 2018

Troll STA 2018

Und was ist 2018 aus der Trollaktion geworden? Natürlich musste ich wieder unkonventionell irgendwas tun. 


Hier haben wir die Hauptfigur aus einer der legendärsten Folge Frauentausch, welche gerade ihr Wissen über Vitamine weitergibt. Dabei spielt Erdbeerkäse eine zentrale Rolle in der gesunden Ernährung. Jemanden aus Frauentausch zu zeichnen ist an sich schon trollig, aber der eigentliche Ansatzpunkt war das Thema Erdbeere. Die gesamte Karte ist komplett durchtränkt mit Parfümöl Erdbeere für Kosmetik und duuuuftet ganz grauselig.




Die Gockel Enzyklopädi hat ein neutrales Zine-Cover, innen drin steckt aber vollste Trollo9lo, denn bei der Troll STA 2015 habe ich eine "Sexy Merkel" erhalten. Seitdem bin ich oft politisch inspiriert, wenn ich trollige Kakaokarten zeichne. 



Die Karte ist Aquarellkarton vorne + hinten auf einen sehr dünnen Malblock geklebt. 70 g/m² dürfte der haben und besitzt oben an der kurzen Seite seine originale Leimung. Mit Aldibuntstiften habe ich dann diese trolligen Gockel gezeichnet, die mich alle irgendwie an Menschen erinnern, ich weiß nur nicht, an welche...




Zu Gut erletzt eine Sara-ohne-h aus meinem trolligen Slash-Comic, die lieber auf Klopapier malt. Man muss sich ja nicht von den Preisen für Markenpapier verarschen lassen. Außerdem ist sie so begabt, die kommt such damit zurecht! Die Klopapierapplikationen sind echtes Recyclingklopapier.